hagebuttenwein-ansatz / traubenmaische / winterruhe


vor einer woche war es höchste zeit, hedscherl zu ernten. an einem trüben, kalten nachmittag flüchtete ich aus dem studio in die freie wildbahn.


ja, es gab noch hagebutten, wenn auch nicht mehr allzuviele. eine hälfte war noch fest, die andere, vom frost gekitscht, zergatschte mir zwischen den fingern. am abend stundenlange hedscherl-putz-meditation.



tage davor, beim aufräumen des werkstatt-hofes, hatte ich noch einige vergessene weintrauben entdeckt – und vorsorglich in einem glas eingemaischt. mit der gärenden traubenmaische impfte ich nun den hagebuttenansatz: die umgewöhnung der hefe von traube auf hagebutte scheint funktioniert zu haben: schon blubbern die hedscherl in der küche vor sich hin.



gestern die werkstatt winterfest gemacht: wasser abgesperrt, frostwächter angesteckt, linden- und birkenholz unter dach gebracht. im hof sieht alles sehr ordentlich, aber auch ein bisschen traurig aus – oder bin das ich? warten auf den winter.




innen alles gut: die traubenmaische gärt. weinreben liegen bereit für das kommende frühjahr (fragolino, aus der toskana – für alle, die den weinstock in b14 nicht kennen). die farbsteine warten auch.
und hier der blick ins fass: maischegaerung_b14

 

4 Antworten auf „hagebuttenwein-ansatz / traubenmaische / winterruhe“

  1. Auf ein Buch gebeugt

    Es ist noch früh im Jahr. Die Gräser steigen
    in Silberbüscheln zum Gezweig ums Haus.
    Das Buch der Landschaft les ich nimmer aus.
    Zehntausend Strophen weiß die Drossel. Schweigen.

    Am Abend dann. Der Acker ist gepflügt.
    Ein andres Buch hat mich hinab genommen.
    Ein Wagen hält. Ein Freund ist angekommen.
    Ein Buch. Ein Freund. Ein Acker. Das genügt.

    Den Wein, den wir nun langsam trinken wollen,
    das Brot, die Früchte hab ich selbst gebaut
    und oft nach einem Regen ausgeschaut.
    Ein Windhauch. Kühle. Ferne Donner rollen.

    Es ruft das Buch uns alte Zeiten her,
    da wir die alten Seiten leise wenden.
    Und langsam lesen wir so die Legenden
    von Berg und Fluss. Mein Freund, was willst du mehr?

    Tao Yüan-ming
    Chinesischer Dichter während der östlichen Jin-Dynastie
    372–427

    1. lieber clemens theo,
      danke für deinen wunderbaren kommentar, er sprach mir aus dem herzen.
      raureife grüße aus der stille,
      a.
      . . . . .
      Den Wein, den wir nun langsam trinken wollen,
      das Brot, die Früchte hab ich selbst gebaut.

    1. hi sourie, nostalgie: meine ersten versuche mit »hauswein-bereitung« unternahm ich bereits in vor-akademie-zeiten, mitte der 1970er-jahre. bin neugierig, was diesmal herauskommt, herzlichst, a.

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